Interpretationen zum Thema "21 GRAMM"
21 Gramm oder ¾ Unzen wiegt angeblich die menschlichen Seele. Im Jahr 1907 verifizierte Doctor Duncan MacDougall zu Haverhill, USA, seine Hypothese, dass die Seele über Masse verfügt. Und wenn die Seele den Körper verlässt, schwindet auch die Masse. Duncan MacDougall wog mehrere Patienten unmittelbar vor und nach ihrem Tod: Im Durchschnitt waren sie nach Eintreten des Todes um 21 Gramm leichter.
MacDougalls Publikationen in der New York Times und im medizinischen Journal American Medicine haben weder Philosophie noch Religionen beeindruckt, doch im öffentlichen Bewusstsein führt angeblich die Vorstellung vom Gewicht der Seele ein kräftiges Eigenleben.
Alesandro Gonzalés Inarritu und Drehbuchautor Guillemo Arriaga gaben ihrem grandiosen Film den Titel "21 Gramm. Der Film wird als ein anspruchsvoll konstruiertes, packend gefilmtes Drama charakterisiert, das zum Nachdenken darüber auffordert, wie die Toten und der Tod die Lebenden beeinflussen.
Ähnlich Inarritu und Arriaga erinnern unsere drei Künstler an MacDouglalls skurrile Versuche. Mit dem Titel "21 Gramm" sagen sie uns, dass "Seele" das Thema ist, mit dem sie sich in den gezeigten Arbeiten beschäftigen. Das Ergebnis sind jene Werke aus Grafik, Fotografie und Malerei wie sie in Sicht- und Hergangsweise nicht unterschiedlicher sein können. Und eben doch die "Seele" als Gemeinsamkeit.
Mit der Wahl des Ausstellungstitels "21 Gramm" folgen die drei Künstler dem Beispiel der Filmkünstler, indem sie ebenfalls MacDougalls skurrilen pseudowissenschaftlichen Ansatz zitieren. Das Ergebnis sind jene Arbeiten aus Grafik, Fotografie und Malerei, wie sie aus Sicht- und Hergangsweise nicht unterschiedlicher sein können.
Und eben doch die "Seele" als Gemeinsamkeit.
Karl Tessler
beunruhigen die großen Veränderungen jener Welt auf der wir leben (auch als Klimawandel bekannt).
Sonne und Mond, einst Manifestationen der großen Gottheiten, schweben als Masken, als Totenschädel, über Flut und Wüste.
In einer Gehirnlandschaft ist das Grosshirn, Sitz der Ratio, ein amorphes blutüberflossenen Gebilde. Das Kleinhirn und das Stammhirn sind größer, Vexierbilder treiben dort ihr Spiel. Tessler nennt das Bild "Getier". Die Farbigkeit stimmt den Betrachter fröhlich. Meint Tessler das innere Paradies bevor das Großhirn seine selbst zerstörerische Dominanz annahm?
Im Bild "Blauer Fisch und blaue Vögel" ist ein Hinweis zu erkennen, dass Leben auf der Erde in steter Veränderung begriffen ist. Die Menschheit muss da noch nicht - oder nicht mehr - vorkommen.
In einem anderen Bild ist die Mondgöttin allein geblieben. Sie blickt weder auf Lebende noch auf Tote.
Dem Jahresregenten Napoleon huldigt Karl Tessler mit vier Siebdrucken: Napoleons Untergang in der Gross-Enzersdorfer Aulandschaft, hinter der versinkenden Büste des Korsen geht die Sonne unter.
Rudolf Herold
setzt sich in den Bildern "Ölpest", "Feuerhimmel", "Geschundenes Wasser", "Großes Herz" und "Zaungäste" auf seine ganz spezielle und interessante Art und Weise mit dem Thema
21 GRAMM auseinander.
Sigrid Tessler
wechselt in ihren neuen Fotoserie zu reduzierter Farbigkeit in High-Key und zu Darstellungen pars-pro-toto". Ihre Arbeiten mit den Kirschen mit vitalem körperlichem Rot lassen spüren, dass dem Kirschbaum allerlei eher unheimliche Mythen mit widersprüchlichem Symbolwert anhaften.
Die "grünen" Bilder der Serie zeigen uns, dass Grün nicht nur beruhigend, sondern auch ganz schön giftig wirken kann.
Die menschliche Seele wiegt - laut Sigrid Tessler - demnach so viel wie zwei Kirschen, drei Weintrauben, ein Pfefferoni oder einige Ribisel.
Alle gezeigten Bilder und Fotos erzählen wohl eine Geschichte. Aber welche, das bleibt jedem selbst überlassen.
Alles, was uns ausmacht - 21 Gramm?
Heinz Peter Voller, Kunstrezipient
Die Ausstellung
Fotos zur Ausstellungseröffnung
Ausstellungseinladungen
Wenn Sie Interesse an Einladungen zu Ausstellungen haben, senden Sie bitte ein E-Mail mit dem Betreff "Ausstellungseinladung".
MacDougalls Publikationen in der New York Times und im medizinischen Journal American Medicine haben weder Philosophie noch Religionen beeindruckt, doch im öffentlichen Bewusstsein führt angeblich die Vorstellung vom Gewicht der Seele ein kräftiges Eigenleben.
Alesandro Gonzalés Inarritu und Drehbuchautor Guillemo Arriaga gaben ihrem grandiosen Film den Titel "21 Gramm. Der Film wird als ein anspruchsvoll konstruiertes, packend gefilmtes Drama charakterisiert, das zum Nachdenken darüber auffordert, wie die Toten und der Tod die Lebenden beeinflussen.
Ähnlich Inarritu und Arriaga erinnern unsere drei Künstler an MacDouglalls skurrile Versuche. Mit dem Titel "21 Gramm" sagen sie uns, dass "Seele" das Thema ist, mit dem sie sich in den gezeigten Arbeiten beschäftigen. Das Ergebnis sind jene Werke aus Grafik, Fotografie und Malerei wie sie in Sicht- und Hergangsweise nicht unterschiedlicher sein können. Und eben doch die "Seele" als Gemeinsamkeit.
Mit der Wahl des Ausstellungstitels "21 Gramm" folgen die drei Künstler dem Beispiel der Filmkünstler, indem sie ebenfalls MacDougalls skurrilen pseudowissenschaftlichen Ansatz zitieren. Das Ergebnis sind jene Arbeiten aus Grafik, Fotografie und Malerei, wie sie aus Sicht- und Hergangsweise nicht unterschiedlicher sein können.
Und eben doch die "Seele" als Gemeinsamkeit.
Karl Tessler
beunruhigen die großen Veränderungen jener Welt auf der wir leben (auch als Klimawandel bekannt).
Sonne und Mond, einst Manifestationen der großen Gottheiten, schweben als Masken, als Totenschädel, über Flut und Wüste.
In einer Gehirnlandschaft ist das Grosshirn, Sitz der Ratio, ein amorphes blutüberflossenen Gebilde. Das Kleinhirn und das Stammhirn sind größer, Vexierbilder treiben dort ihr Spiel. Tessler nennt das Bild "Getier". Die Farbigkeit stimmt den Betrachter fröhlich. Meint Tessler das innere Paradies bevor das Großhirn seine selbst zerstörerische Dominanz annahm?
Im Bild "Blauer Fisch und blaue Vögel" ist ein Hinweis zu erkennen, dass Leben auf der Erde in steter Veränderung begriffen ist. Die Menschheit muss da noch nicht - oder nicht mehr - vorkommen.
In einem anderen Bild ist die Mondgöttin allein geblieben. Sie blickt weder auf Lebende noch auf Tote.
Dem Jahresregenten Napoleon huldigt Karl Tessler mit vier Siebdrucken: Napoleons Untergang in der Gross-Enzersdorfer Aulandschaft, hinter der versinkenden Büste des Korsen geht die Sonne unter.
Rudolf Herold
setzt sich in den Bildern "Ölpest", "Feuerhimmel", "Geschundenes Wasser", "Großes Herz" und "Zaungäste" auf seine ganz spezielle und interessante Art und Weise mit dem Thema
21 GRAMM auseinander.
Sigrid Tessler
wechselt in ihren neuen Fotoserie zu reduzierter Farbigkeit in High-Key und zu Darstellungen pars-pro-toto". Ihre Arbeiten mit den Kirschen mit vitalem körperlichem Rot lassen spüren, dass dem Kirschbaum allerlei eher unheimliche Mythen mit widersprüchlichem Symbolwert anhaften.
Die "grünen" Bilder der Serie zeigen uns, dass Grün nicht nur beruhigend, sondern auch ganz schön giftig wirken kann.
Die menschliche Seele wiegt - laut Sigrid Tessler - demnach so viel wie zwei Kirschen, drei Weintrauben, ein Pfefferoni oder einige Ribisel.
Alle gezeigten Bilder und Fotos erzählen wohl eine Geschichte. Aber welche, das bleibt jedem selbst überlassen.
Alles, was uns ausmacht - 21 Gramm?
Heinz Peter Voller, Kunstrezipient
Die Ausstellung
Fotos zur Ausstellungseröffnung
Ausstellungseinladungen
Wenn Sie Interesse an Einladungen zu Ausstellungen haben, senden Sie bitte ein E-Mail mit dem Betreff "Ausstellungseinladung".

